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Wahrheit, Akzeptanz und Vertrauen, Interview mit Dharm Jyoti

Einsichten – ein Interviem mit Dharm Jyoti 

aus dem Osho News Online Magazine, übersetzt von Premgit 

Dharm Jyoti's Antwort auf die Frage - "Welche Situation / welcher Vorgang funktionierte als Lernsituation für dich?"

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Ich hatte Glück mit Osho zu sein als er in Indien unterwegs war. Ich werde ein paar kleine Ereignisse aufzählen.

Dies geschah in Kaschmir, er gab gerade Diskurse über Mahavira - Mahavir Meri Drishti Mein. Eines Nachmittags war er am Ausruhen und ich sass auf der Veranda. Ein paar Leute kamen vorbei um ihn zu sehen. Sie sagten zu mir, "Wir sind für ein Darshan bei Pir Baba gekommen." Sie nannten Osho Pir Baba. Ich sagte ihnen: "Er ruht sich gerade aus. Ihr könnt ihn jetzt nicht sehen." Sie waren neugierig etwas zu erfahren, also fragten sie mich: "Sind Sie seine Tochter?" Darauf sagte ich: "Ja." Ich wollte mit ihnen nicht über all die Details reden, dass er mein Guru sei und ich seine Schülerin. Ich wollte zusätzliche Fragen vermeiden, also sagte ich einfach ja.

Die nächste Frage war, "Ist Ihre Mutter auch hier mit Ihnen?" Ich dachte, mein Gott! Jetzt bin ich im Netz gefangen. Also sagte ich, "Nein, meine Mutter ist nicht hier, sie ist gestorben." Dann fragten Sie, "Haben Sie irgendwelche Brüder und Schwestern?" Jetzt begann ich wirklich zu zittern; Dies ging einfach zu weit, "Nein, ich bin die einzige Tochter." Jetzt waren sie zufrieden und gingen. Ich hörte sie unter sich diskutieren beim Rausgehen, "Armes Kind, sie ist die einzige Tochter von Pir Baba. Sie muss sich ganz allein um ihn kümmern." Ich war überrascht auf welches Drama diese einfache Frage herausgelaufen war.

Ich sprach mit Osho über diesen Vorfall als er aufwachte. Er lachte einfach und sagte, "Jetzt weisst du, wie es ist wenn du eine Lüge erzählst. Es zieht eine ganze Kette von Lügen nach sich." Und dieser kleine Vorfall ging mir ganz tief. Seit damals ist mir mehr bewusst was ich sage um nicht solche Situationen heraufzubeschwören. Es war eine ganz einfache Situation aber sie hatte eine tiefe Auswirkung.

Osho hat uns Einsichten in verschiedene Lernsituationen gegeben. Einmal, in Ahmadabad, war Osho dabei seinen Nachmittagstee zu trinken. Er fragte mich beiläufig, "Willst du meine Sekretärin werden?" Meine spontane Antwort war: "Ich kann mich nicht mal um meine eigene Arbeit kümmern, ich bin so faul, dass ich selbst ein Sekretärin brauche. Wie kann ich also deine Sekretärin sein?" Er lachte und sagte, "Du hast keine Ahnung wie faul ich bin, deine Faulheit ist nichts im Vergleich zu meiner Faulheit." Und dann hat er gleich eine Geschichte aus seinem Leben angefügt um seinen Standpunkt zu beweisen.

Ich glaubte ihm nicht und habe gesagt: "Du erfindest diese Geschichten, sie sind gar nicht wahr." Aber er hat darauf bestanden, dass die Geschichten wahr seien. Er hat einige dieser Geschichten später in seinen Diskursen erzählt. Osho war nie angetan von Ernsthaftigkeit, er hat sich über alles lustig gemacht. Eine der Geschichten, die er mir damals erzählte ist die Folgende:

Ein Meister und sein Jünger lebten in einer kleinen Hütte mitten im Wald. Beide waren sehr faul. Eines Nachts, als beide auf ihren Matratzen lagen, bereit zum Einschlafen, hat der Meister seinen Jünger gefragt: "Geh doch mal raus um zu sehen ob es regnet."

Der Jünger, ohne sich aus seinem Bett zu bewegen, hat geantwortet: "Nein es regnet nicht. Eine Katze ist gerade reingekommen. Ich bin über ihr Fell gestrichen und sie war nicht nass. Also regnet es nicht draussen."

Dann hat der Meister den Jünger gebeten die Türe zu schliessen vor dem Einschlafen. Der Jünger gab zur Antwort: "Warum sollten wir die Türe schliessen? Frische Luft kommt rein und wir haben keine Angst, dass jemand reinkommt während wir schlafen. Und überhaupt, es gibt gar nichts hier, was irgendjemand stehlen könnte."

Der Meister sagte nun: "OK, aber lösche bitte das Licht." Der Schüler antwortete: "Meister, von all den Arbeiten, die du mir gegeben hast, habe ich zwei schon erledigt. Diese Dritte nun, da ist es an dir diese zu erledigen."

Osho hat uns die ganze Zeit zum Lachen gebracht mit diesen kleinen Geschichten. Er beendete die Geschichte indem er faule Menschen würdigte, und erklärte wie gut diese seien. Aktive Menschen würden eine Menge Chaos auf der Welt schaffen. Er meinte auch, Hitler, ein wenig fauler, hätte keinen zweiten Weltkrieg verursachen können.

Bis dahin hatte ich mich immer schlecht darüber gefühlt, eine faule Person zu sein. Seine Botschaft war mich anzunehmen, mich zu entspannen und aufzuhören, mich mit anderen zu vergleichen. Gleichzeitig habe ich realisiert, dass ich gar nicht wirklich faul war. Ich tat einfach was angebracht war. Vielleicht war das einfach eine Idee, die von aussen in meinen Kopf gepflanzt wurde oder aus der Vergangenheit kam. Ich habe mich früher als faul wahrgenommen, aber diese ganze Sache ist in dieser Sekunde von mir abgefallen. Das war Osho's Stichwort - Akzeptanz: akzeptiere und entspanne dich mit dir selbst, kämpfe nicht. Meistens haben wir bestimmte Vorstellungen; wir meinen, wir müssten uns auf eine bestimmte Art verhalten. Mit Akzeptanz, die Vorstellungen des "Solltens" fallen weg und wir sind was immer wir sind! An diesem Tag geschah etwas in mir drin, die Energie, die im Konflikt war, die am Kämpfen war, wurde freigesetzt.

Das andere Ding das ich bei Osho beobachtete war Vertrauen ins Leben, in die Existenz. Er war so entspannt, es gab keine Sorgen! Ich erzähle euch einen kleinen Vorfall. Eines Tages ist er per Zug von Mumbai nach Jabalpur gereist. Zwei Autos haben sich auf den Weg zum Bahnhof gemacht. In einem davon war Osho, im anderen das Gepäck. Aus irgendeinem Grund kam das zweite Auto mit dem Gepäck nicht rechtzeitig am Bahnhof an. Wir haben uns alle Sorgen gemacht: "Es ist Zeit und der Zug fährt gleich los und das Gepäck ist immer noch nicht da." Ich habe ihn beobachtet. Er war überhaupt nicht angespannt im Gesicht, er war einfach da. Da war dieses Vertrauen, was immer passiert, das ist ok. Schliesslich war es Zeit für den Zug loszufahren und wir hörten das Pfeifen. Osho stieg in den Zug und stellte sich auf die Stufen. Und genau da kam ein Mann gerannt mit seinem Gepäck. Überraschenderweise, sogar nach dem Pfeifen, hatte der Zug sich nicht bewegt für zwei lange Minuten. Das Gepäck kam auf den Zug und der fuhr los.

Ich habe das alles beobachtet und dabei fühlte ich: "Wau! Du vertraust der Existenz und um alles wird sich gekümmert." Jeder andere in der gleichen Situation würde sehr nervös geworden sein, "was passiert nur, wenn mein Gepäck nicht ankommt?" Osho war präsent, im Moment, keine Unruhe! In dieser kleinen Situation lernte ich: Vertraue der Existenz. Wenn ich jetzt auf Reisen gehe, erinnere ich mich immer an diesen Augenblick. Es gibt Zeiten, wo ich fühle: "Uh, jetzt verpasse ich sicher meinen Verbindungsflug."

Dann kommt mir unmittelbar dieser Vorfall in den Sinn und ich sage mir: "Ok, entspann dich und vertraue, schaue was passiert." Und während all meinen Reisen habe ich nie einen Flug verpasst, aber der sorgenvolle Verstand ist immer noch da. Der vertrauende Teil sorgt dafür, dass der aufgebrachte Verstand weg bleibt: "Sei einfach still! Lass uns schauen was passiert." Das ist sehr wichtig für mich: zu vertrauen. I habe das gelernt indem ich Osho zuschaute, in beobachtete. Er gab mir viele Einsichten für mein praktisches Leben.

Manchmal sehen wir uns extremen Situationen gegenüber. Das sind unsere Tests, Tests die uns zeigen wo wir wirklich stehen. Als Osho im Köper war, hat ich nie das Bedürfnis die Kommune zu verlassen, ganz unabhängig von der äusseren Lage. Es war klar, "Ich bin hier für meinen Meister und alles andere hat keine grosse Bedeutung." Nachdem Osho seinen Körper verlassen hat, bin ich noch 10 Jahre lang in der Kommune geblieben und habe seine Energie dort gespürt. Im Jahr 2000 tauchte dieses starke Gefühl auf: "Ok, jetzt ist es an der Zeit auszuziehen." Es gab keinen Raum um zu denken: "Warum sollte ich ausziehen?" Ich habe dem Gefühl vertraut, es war eine Entscheidung die von innen kam: "Es ist Zeit für dich auszuziehen." – und ich bin ausgezogen. Ich hatte keine Ahnung wohin ich gehen sollte oder was ich tun sollte.

Meine Freunde haben mich gefragt, "Wo wirst du wohnen?" Ich sagte ihnen, "Ich habe keine Ahnung, aber ich habe mich entschieden wegzugehen." Dann tauchte ein Freund auf und sagte: "Ich habe eine Wohnung die leer steht, warum gehst du nicht in diese Wohung?" So bin ich in diese Wohnung gezogen und das Nächste was passierte, dass ich Anrufe von Freunden in Delhi bekommen habe, "was machst du da allein in dieser Wohnung? Warum kommst du nicht in unser Center?" So ging ich ins Oshodham.

All das passierte ganz von alleine, es war existenziell. Zuerst dachte, jetzt, nachdem ich so lange Zeit ein sehr komfortables Leben in der Kommune geführt hatte, wo ich mich um nichts kümmern musste, werde ich mich sicher um mich kümmern müssen. Aber als ich ins Oshodham ging, nach einem Monat in dieser Wohnung, habe ich bemerkt, dass alles einfach auf mich zukam. Ich wusste es, wenn ich vertraue und nicht im Kopf lebe, dann kümmert sich die Existenz um die Sachen.

Später begann eine neue Phase in meinem Leben: Freunde aus aller Welt, als sie gehört hatten dass ich nicht mehr in der Kommune war, begannen mich einzuladen. Viele Sannyasins hatten sich in allen möglichen Ländern niedergelassen. Sie riefen mich an und sagten: "Warum kommst du uns nicht besuchen?" So begann ich in viele Länder zu reisen.

Das Leben ist sehr schön geworden – ein Abenteuer. Ich fühle immer diese Energie, ich nenne sie Osho Energie. Ich fühle es wie sie mich umgibt, mich schützt, mit mir auf Reisen geht. Ich habe auf meinen Reisen noch nie Probleme gehabt. Manchmal gibt es kleine Vorfälle. Auf einer Reise passiert es, dass ich am Einwanderungsschalter zurückgehalten wurde. Mit meinem Reisepass fiel ich in eine Kategorie, die in diesem Land keine Bewilligung zur Einreise bekam. Ich blieb einfach still und stand weiter an diesem Einreiseschalter. Ich erinnerte mich an Osho. "Deine Freunde haben sich in der Stadt versammelt um zu meditieren, und diese Leute sagen, ich kann da nicht rein… was jetzt?" Ich habe dann einen anderen Schalter versucht, vergebens.

Schliesslich habe ich mich an einen der Vorgesetzten gewandt. Der hat sich überraschenderweise entschieden mir die Bewilligung zur Einreise zu geben. Ich war die ganze Zeit sehr entspannt und still und habe geschaut was passiert. Ich war überrascht wie sich die ganze Situation von selbst gelöst hat. Die Existenz gibt uns manchmal Testsitatutationen. Ich war glücklich, dass ich den Test bestanden habe.

Osho hat gesagt, dass er mehr verfügbar sein werde ohne seinen Körper und dass wir das erfahren werden. Er war limitiert als er im Körper war. Jetzt ist er über die ganze Welt verteilt und er ist immer noch am Spielen.

Dharm Jyoti

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Dharm Jyoti ist eine von Osho's ersten Jüngerinnen und sie lebt den grössten Teil ihres Lebens mit Osho. Sie übersetzte und editierte Osho Bücher und hat selber ein Buch geschrieben: One Hundred Tales for Ten Thousand Buddhas. . Sie lebt in New Delhi und ist regelmässig auf Reisen um Meditationscamps in Russland, Dänemark, Deutschland und verschiedenen Teilen der USA zu leiten. Sie hat Erfahrung mit den Meditationsgruppen Mystic Rose, No-Mind and Born Again. 

 

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